Hypnoseforschung 2006 - wissenschaftliche Untersuchung
zur Hypnose bei der Raucherentwöhnung
Wissenschaftliche Anerkennung der Hypnotherapie im Jahr 2006 durch die Bundesregierung
Im Jahr 2006 wurde die wissenschaftliche Bedeutung der Hypnotherapie in Deutschland durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) nach § 11 Psychotherapeutengesetz geprüft.
Der WBP stellte am 27. März 2006 fest, dass die wissenschaftliche Anerkennung der Hypnotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche gegeben ist. Dazu gehörten bei Erwachsenen unter anderem „Abhängigkeiten und Missbrauch“. Für diesen Bereich lagen nach der damaligen Bewertung wissenschaftliche Belege insbesondere für Raucherentwöhnung und Methadonentzug vor.
Damit wurde Hypnotherapie in Deutschland nicht pauschal als Behandlungsmethode für sämtliche Erkrankungen anerkannt. Die Anerkennung bezog sich vielmehr auf bestimmte Anwendungsbereiche und Indikationen.
Was bedeutet die Anerkennung für die Raucherentwöhnung?
Für die Raucherentwöhnung ist die Entscheidung von 2006 besonders interessant, weil der Wissenschaftliche Beirat die damals vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen berücksichtigt hat.
In der zusammenfassenden Stellungnahme wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für den Bereich der Abhängigkeiten entsprechende Belege für die Raucherentwöhnung und den Methadonentzug vorlagen. Gleichzeitig bewertete der WBP die Befundlage zur Raucherentwöhnung als heterogen und wies auf Einschränkungen bei der Aussagekraft der vorhandenen Studien hin.
Die Anerkennung sollte daher nicht mit der Aussage gleichgesetzt werden, dass Hypnose bei jedem Menschen sicher zu dauerhafter Rauchfreiheit führt.
Was wurde 2006 konkret anerkannt?
Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie stellte die wissenschaftliche Anerkennung der Hypnotherapie bei Erwachsenen für zwei Anwendungsbereiche fest:
- Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Erkrankungen (F54 nach ICD-10)
- Abhängigkeiten und Missbrauch (F1, F55 nach ICD-10)
Für den zweiten Bereich wurde ausdrücklich angegeben, dass die Belege für Raucherentwöhnung und Methadonentzug vorlagen.
Die Entscheidung datiert vom 27. März 2006. Sie wurde anschließend in der Fachliteratur veröffentlicht.
Was bedeutet das aus heutiger Sicht?
Die Entscheidung von 2006 ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte der wissenschaftlichen Bewertung von Hypnotherapie in Deutschland.
Gleichzeitig hat sich die wissenschaftliche Forschung seitdem weiterentwickelt. Neuere Studien und systematische Übersichtsarbeiten müssen deshalb zusätzlich berücksichtigt werden.
Eine aktuelle randomisierte Studie mit 360 rauchenden Personen verglich beispielsweise ein sechswöchiges Hypnotherapieprogramm mit einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung. Nach zwölf Monaten unterschieden sich die beiden Gruppen hinsichtlich der kontinuierlichen Abstinenz nicht signifikant.
Daraus ergibt sich eine ausgewogene Aussage:
Hypnotherapie wurde 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche wissenschaftlich anerkannt. Für die Raucherentwöhnung lagen nach der damaligen Bewertung entsprechende wissenschaftliche Belege vor. Die heutige Forschung sollte jedoch zusätzlich berücksichtigt werden, wenn die Wirksamkeit von Hypnose bei der Raucherentwöhnung beurteilt wird.
Wichtig: Wissenschaftliche Anerkennung ist kein Erfolgsversprechen
Die wissenschaftliche Anerkennung bedeutet nicht, dass eine Hypnosebehandlung bei jedem Menschen zum Erfolg führt.
Auch die damalige Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats weist auf eine heterogene Befundlage zur Raucherentwöhnung hin.
Deshalb sollte eine seriöse Information über Hypnose bei der Raucherentwöhnung keine pauschalen Erfolgsversprechen enthalten.
Stattdessen kann Hypnose als eine mögliche Methode zur Unterstützung des Rauchstopps dargestellt werden.
Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte die für die eigene Situation passende Unterstützung auswählen und bei Bedarf ärztliche oder therapeutische Beratung einbeziehen.
Forschungsergebnisse der Bundesregierung aus dem Jahr 2006 beschäftigten sich mit der Frage, ob Hypnotherapie Menschen dabei unterstützen kann, dauerhaft rauchfrei zu werden.
Am 27. März 2006 stellte der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie nach § 11 Psychotherapeutengesetz die wissenschaftliche Anerkennung der Hypnotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche fest. Für den Bereich ‚Abhängigkeiten und Missbrauch‘ lagen nach der damaligen Bewertung wissenschaftliche Belege für Raucherentwöhnung und Methadonentzug vor (Deutsches Ärzteblatt, 6. Juni 2006, S. 285). Insbesondere wird u. a. die Indikation bei Suchtverhalten speziell bei Tabakmissbrauch (ICD-10, F 17) empfohlen. Auch wurde die Hypnotherapie nach Milton Erickson für die Raucherentwöhnung in mehreren Studien belegt und zwar für einmalige und mehrmalige Hypnoseanwendungen und im Vergleich zu anderen Methoden. Die wissenschaftliche Erfolgsquote liegt zwischen 70 und 90 Prozent, nach Prof. Dr. Revenstorf und anderen weltweiten Forschungsergebnissen und eigenen Untersuchungen der letzten 55 Jahre.
Über welche Erfolgsquoten wurden in der Hypnoseforschung berichtet?
In Veröffentlichungen aus der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dirk Revenstorf an der Universität Tübingen und Hamburg wurden bei hypnotherapeutischen Programmen zur Raucherentwöhnung teilweise über hohe Abstinenzraten berichtet.
Je nach Untersuchungsdesign, Behandlungsform und Beobachtungszeitraum wurden in einzelnen Arbeiten Abstinenzraten von etwa 70 bis 90 Prozent beschrieben.
Diese Werte sind jedoch nicht als allgemeine Erfolgsquote für jede Raucherentwöhnung mit Hypnose zu verstehen. Entscheidend ist, zu welchem Zeitpunkt die Abstinenz gemessen wurde und wie die jeweilige Studie durchgeführt wurde.
In einer von Cornelie Schweizer und Dirk Revenstorf beschriebenen Untersuchung mit insgesamt 149 Rauchern wurden beispielsweise verschiedene Behandlungsformen miteinander verglichen. Nach drei Monaten waren in den Hypnosegruppen 65 Prozent abstinent; nach zwölf Monaten lag die Abstinenzquote bei 45 Prozent. Die nichthypnotische Minimalbehandlung erreichte nach drei Monaten 22 Prozent und nach zwölf Monaten 16 Prozent.
Andere Veröffentlichungen aus dem Umfeld der Tübinger Hypnoseforschung berichten bei bestimmten Behandlungsprogrammen kurzfristig von Abstinenzraten von nahezu 90 Prozent.
Was bedeutet das für die Aussage „70 bis 90 Prozent“?
Die Angabe 70 bis 90 Prozent sollte daher als eine Beschreibung besonders hoher Ergebnisse aus bestimmten Untersuchungen verstanden werden – nicht als garantierte Erfolgsquote einer Hypnosebehandlung.
Auch die wissenschaftliche Gesamtbewertung ist differenzierter. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit mit 14 Studien und 1.926 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand keinen eindeutigen Nachweis dafür, dass Hypnotherapie bei der Raucherentwöhnung anderen Formen der Verhaltensunterstützung überlegen ist.
Für eine seriöse Information des "Zentrums für Raucherentwöhnung e. V." in Hamburg ist deshalb folgende Aussage angemessen:
„In der Hypnoseforschung wurden bei bestimmten Programmen zur Raucherentwöhnung von hohen Abstinenzraten, zwischen 70 bis 90 Prozent, berichtet. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch je nach Studie und Beobachtungszeitraum und stellen keine allgemeine Erfolgsgarantie dar.“
Damit wird die Forschung von Prof. Dr. Revenstorf berücksichtigt, ohne aus einzelnen Studienergebnissen eine pauschale Erfolgszusage abzuleiten.
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