Kontraindikationen bei der Hypnoseanwendung
Hypnose ist ein Verfahren, bei dem ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit und erhöhter Suggestibilität genutzt wird. Obwohl Hypnose bei geeigneter Indikation therapeutisch eingesetzt werden kann, gibt es Situationen, in denen sie nicht oder nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollte.
Absolute bzw. wichtige Kontraindikationen sind insbesondere akute psychotische Erkrankungen, schwere Realitätsverkennungen und akute manische Zustände. Auch bei starker akuter Intoxikation durch Alkohol oder andere Substanzen ist eine Hypnoseanwendung nicht angezeigt. Bei schweren dissoziativen Störungen sollte ebenfalls besondere Zurückhaltung gelten, da Hypnose bestehende dissoziative Prozesse verstärken kann.
Relative Kontraindikationen können beispielsweise schwere Persönlichkeitsstörungen, ausgeprägte Angst vor Kontrollverlust oder eine fehlende Bereitschaft zur Mitarbeit sein. Bei neurologischen Erkrankungen, insbesondere bei Anfallsleiden, sollte die Anwendung individuell ärztlich bzw. fachtherapeutisch abgeklärt werden.
Vor einer Hypnose sind daher eine sorgfältige Anamnese, die Prüfung der aktuellen psychischen und körperlichen Verfassung sowie eine klare Aufklärung über das Verfahren wichtig. Bei Unsicherheit sollte die Hypnose nicht ohne Rücksprache mit einer entsprechend qualifizierten medizinischen oder psychotherapeutischen Fachperson durchgeführt werden.
Fazit: Hypnose ist nicht für jede Person und jede Situation geeignet. Besonders bei akuten psychischen Krisen, Psychosen, schwere Depressionen, Intoxikationen oder bestimmten neurologischen bzw. dissoziativen Erkrankungen ist eine fachkundige Abklärung erforderlich.